Martin Elsbroek
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Wortkunst


"Soeben schwebte ein Drohn im Landeanflug heran, schon im Flugbild deutlich zu erkennen an seinem schweren, plumpen Leib. Er krabbelte auf das Brettchen vor dem Flugloch und bekam von seinen Schwestern mit drohend erhobenem Hinterleib den Weg verstellt. Ausfallschritt zur Seite, Versuch, sie rechts zu umdribbeln – da standen schon wieder welche. Zurückmarschiert, derselbe Versuch über links – die Innenverteidigung steht. Völlig konsterniert hielt der Drohn inne. Ich spürte förmlich, wie es in ihm arbeitete. Haben die ’n Knall? Oder bin ich hier falsch? Also hob er sich auf seine Flügel, drehte ab, orientierte sich und flog neu an. Das Ergebnis fiel nicht anders aus: Wieder verweigerten ihm die Wachbienen den Zutritt, wieder drohten sie mit ihrem Stachel, wieder flog er auf. Und so fanden sich in der Umgebung des Bienenstandes nach und nach immer mehr völlig entkräftete Drohnen, die sich an Zweige oder Grashalme klammerten, von denen sie am nächsten Morgen tot heruntergefallen sein würden. Die Kälte der Nacht überlebten sie nicht. So ging das, bis keiner übrig war."

„Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Dieses Bonmot fällt Moritz Leushuis regelmäßig ein, wenn er seinen Bienen zuschaut, deren Leben so sehr dem gleicht, in dem er mittlerweile angekommen ist. Er versieht einen aufreibenden Beruf und führt eine nicht minder aufreibende Ehe, in der er aushält, weil er seine Kinder um keinen Preis verlieren möchte.
So, wie es letztlich gekommen ist, hatte er sich das  alles nicht gedacht – aber er versucht, das Beste daraus zu machen. Er entscheidet sich für ein richtiges Leben im falschen – mit allem, was daraus  folgt. (HessischNiedersächsische Allgemeine)

(240 Seiten, 14,95 €, ISBN 978-3-939256-24-3)

(c) MartinElsbroek 2016

 

 

 

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 Lesen Sie hier den Artikel der HNA vom 12.04.2017


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