Martin Elsbroek
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Wortkunst


Wer ich bin

'Fiche’ im Rhein und Krach um die ‚Kirsche’

Zwischen Geburt und Abitur lagen knapp zwanzig Jahre solider westfälischer Sozialisation, die sich auch darin ausdrückte, dass ich meine neue Umgebung mit meinem mündlichen Ausdruck gelegentlich erheiterte. Was ich anfangs durchaus nicht verstand, denn in Wirklichkeit waren es ja die Rheinländer, die komisch redeten. Die machten aus der Zeichenfolge „Wort“ lautlich ein „Wocht“ und aus „Mord“ einen „Mocht“. Umgekehrt bezichtigten sie mich, „Woat“ zu sagen und „Moad“. Das musste ich mir bieten lassen von Leuten, die ein im Wasser lebendes Geschöpf als „Fich“ bezeichneten, zugleich aber vom weißen Saft der Kühe behaupteten, er heiße „Milsch“. Auch beim Gotteshaus wurden wir uns nicht einig, denn sie bezeichneten als „Kirsche“, was mir die „Kirche“ war; allerdings mit einem „ch“ behaftet, das jedem Schweizer zur Ehre gereicht hätte. Weit hinten im Rachen, wie in „Krach“.

(c) Martin Elsbroek 2016

 

 

 

 

 

 Lesen Sie hier den Artikel der HNA vom 12.04.2017


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Nr. 50/2017:

"Knirps in der Schote"